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Allgemeines

Für einen Film gibt es Qualitätskriterien wie Körnigkeit, Empfindlichkeit, Schärfe und Verlauf der Schwärzungskurve. Auf diese vom Film vorgegeben Eigenschaften kann man durch Wahl eines geeigneten Entwicklers Einfluß nehmen. Neben Allround-Entwicklern gibt es auch viele Spezialisten, die das Optimum aus dem Film herausholen, was einen oder zwei Parameter angeht. Was man auf der anderen Seite dadurch verbessert, verschlechtert man meistens auf der anderen Seite. Ein Universalgenie wird man vergebens suchen, obwohl manche Entwickler in der Summe der Eigenschaften deutlich besser als andere sind - es wäre ja auch zu schade, wenn sich in den letzten 100 Jahren (ja, so alt sind manche Entwicklerrezepte schon!!!) nicht wenigsten ein bißchen getan hätte.

Die verschiedene Arten von Entwicklern für Schwarzweißfilme, die z.T. zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führen kann man beispielsweise in die Klassen Standard-, Feinstkorn-, High-Definition-, empfindlichkeitssteigernde und Zweibad-Entwickler einteilen, wobei jede andere Klassifizierung ebenfalls möglich ist.

Standard-Entwickler sind Entwickler ohne ausgeprägte, besondere Eigenschaften - sozusagen die Arbeitstiere unter den Negativentwicklern. Feinstkorn-Entwickler hingegen machen ihrem Namen Ehre, haben aber fast immer den Nachteil, daß sie die Filmempfindlichkeit nicht voll ausnutzen und oft auch die Schärfe leidet. Dies bedeutet, daß Sie bei der Belichtung stärker Belichten müssen. Empfindlichkeitssteigernde Entwickler hingegen nutzen die Filmempfindlichkeit deutlich besser aus - allerdings zu Lasten der Feinkörnigkeit.

Zweibad-Entwickler sind wiederum Spezialisten, denen es je nach Ausführung gelingt, mehrere Parameter gleichzeitig optimierung. Zur "Strafe" muß man aber mit zwei Lösungen hantieren anstatt mit einer. Wahrscheinlich wegen des höheren Aufwandes bei der Entwicklung, den offensichtlich die Mehrheit der Anwender scheut, ist nur noch ein einziger Zweibad-Entwickler fertig erhältlich, nämlich Tetenal Emofin. Das Besondere an Zweibad-Entwicklern ist vor allem der Verlauf der Schwärzungskurve, die bei höheren Dichten, d.h. helleren Bildteilen, immer flacher wird. Dies führt dazu, daß das Bild insgesamt recht knackig und brilliant erscheint, d.h. eine steile Gradation besitzt, helle Bildteile jedoch trotzdem noch Zeichnung besitzen. Meist hat man nämlich nur die Wahl zwischen einem matschigen Bild oder einem knackigen mit zugelaufenen Schatten und ausgefressenen hellen Stellen, bei dem man nicht weiß, wo man die vielen Hände beim Abwedeln und Nachbelichten hernehmen soll.

High-Definition-Entwickler (oder High-Accutance-Entwickler) haben es im Gegensatz zu den bisher vorgestellen Entwicklern nur eines im Sinn: Schärfe. Teilweise wird auch eine etwas höhere Empfindlichkeit erzielt. Die Körnigkeit ist jedoch oft ziemlich grob. Übrigens hat feines Korn entgegen landläufiger Meinung absolut nichts mit Schärfe zu tun. Denn der Schärfeeindruck hängt davon ab, wie stark belichtete Silberkörner benachbarte "infizieren" und dadurch bei einem scharfen Schwarz-Weiß-Übergang im Bereich der Kante auch unbelichtete Körner anentwickelt werden. Außerdem kann man dem Auge eine höhere Schärfe als eigentlich vorhanden dadurch vorgaukeln, indem man unmittelbar am Übergang das Schwarz noch ein bißchen schwärzer und das Weiß noch ein bißchen weißer macht. Das funktioniert mit diesen Entwicklern in der Tat. Schließlich reden wir bei "Schwarz" normalerweise von sehr dunklem Dunkelgrau und bei "Weiß" von sehr hellem Hellgrau.

Wenn von Empfindlichkeitserhöhung die Rede ist, ist das natürlich wissenschaftlich nicht ganz korrekt. Referenz für die 100%-Marke ist nämlich ein bestimmter Entwickler, der nur für die Bestimmung der Nennempfindlichkeit verwendet wird (auch dieser nutzt übrigens die theoretisch mögliche Empfindlichkeit des Films bei weitem nicht aus). Empfindlichkeitserhöhung bedeutet bei einem Entwickler, daß er dem Film etwas mehr Empfindlichkeit entlockt als dieser Referenzentwickler.


Tips

Aufgrund der sehr komplexen Vorgänge harmoniert nicht jeder Entwickler gleich gut mit jedem Film. Es sei engagierten Amateuren angeraten, den bevorzugt verwendeten Filmtyp in mehreren Entwicklern auszuprobieren. Dies ist jedoch mit relativ viel Aufwand verbunden, weil man vorher den jeweiligen Entwickler auf diesen Filmtyp eintesten muß. Zur Vergleichsmessung nimmt man ein immer gleiches Motiv, das sowohl feinste Strukturen als auch größere Flächen mit gleicher Helligkeit enthält, auf und belichtet damit einige Bilder (ca. 2 bis 3), öffnet im Dunkeln die Kamera, schneidet das belichtete Stück ab, nimmt es aus der Kamera und entwickelt es im zuvor eingetesteten Entwickler. Den Film zieht man dann im Hellen ein kleines Stück aus der Patrone und schneidet mit der Schere eine neue Lasche, so daß man ihn erneut in die Kamera einlegen kann. Diesen Vorgang wiederholt man für jeden Entwickler. Achten Sie darauf, bei unterschiedlicher Empfindlichkeitsausnutzung (die Sie vom vorhergehenden Eintesten her kennen) die für die Belichtung jeweils richtige Filmempfindlichkeit einzustellen. Von den Negativen, die Sie kennzeichnen sollten, um Verwechselungen zu vermeiden, können Sie jeweils eine überdimensional große Vergrößerung bei mindestens 20facher Vergrößerung anfertigen (entspricht Format 48x72 cm oder größer). Zur Materialersparnis sei stattdessen empfohlen, eine Vergrößerung im Format 24x30 cm oder 30x40 cm als Gesamtüberblick anzufertigen und zusätzlich zwei Ausschnittvergrößerungen mit mindestens 20facher Vergrößerungen auf ein kleineres Papierformat. Diese Ausschnittsvergrößerungen sollten zum einem möglichst filgrane Strukturen und zum anderen flächige Strukturen mit gleicher Helligkeit enthalten. Vergleichen Sie dann die Ergebnisse und wählen Sie aufgrund der Ergebnisse unter Berücksichtigung der Empfindlichkeitsausnutzung Ihren zukünftigen Standardentwickler. Merken Sie sich ruhig, welche Vor- und Nachteile die anderen getesteten Entwickler haben - vielleicht können sie Ihnen in besonderen Fällen gute Dienste leisten. Achten Sie bitte darauf, daß die Filme auf die absolut gleiche Gradation hin entwickelt werden, denn eine höhere Gradation gaukelt visuell eine höhere Schärfe vor. Bleiben Sie fortan möglichst bei diesem Entwickler, denn es ist sinnvoller, sich auf einen Entwickler einzuschießen und langsam seine besonderen Stärken und Schwächen kennenzulernen als dauernd neue Entwickler einzutesten. Die Unterschiede zwischen den Entwicklern sind nämlich nicht so schrecklich groß wie uns die Werbung für kommerzielle Produkte wahrmachen möchte. Und wenn ein Entwickler 1° Empfindlichkeit nach DIN mehr aus dem Film kitzelt, ist das auch nur eine drittel Blendenstufe, die in der Praxis keinerlei Bedeutung hat. Generationen von Fotografen haben ihre Filme in Agfa Rodinal, der für seine Schärfe aber auch seine Grobkörnigkeit bekannt ist, entwickelt und tun dies auch heute noch. Durch geeignete Motive und Bildgestaltung kann man seine Vorzüge unterstreichen und seine Nachteile in den Hintergrund treten lassen.
  

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