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Allgemeines
Entwickler
Stoppbad
Bleichfixierbad
Stabilisierungsbad


Allgemeines

Wem es schleierhaft ist, wie die farbigen Bildchen auf einem Film entstehen, wird es noch mysteriöser vorkommen, daß es möglich sein soll, die hierzu erforderlichen Chemikalien auch noch selbst zusammenzumixen. Dabei ist das gar nicht so schwierig, wenn man ein gutes Rezept kennt, im Besitz einer Präzisionswaage ist und diverse Meßbehälter sein Eigen nennen kann. Nachfolgend sind einige Rezepte für den Prozeß RA4 angegeben. Diese sind jedoch (außer Stopp- und Stabilisierungsbad) nicht für Raumtemperatur geeignet, weshalb ich persönlich käufliche Produkte (Diluprint 4) verwende.


Entwickler

Rezept zur Zeit nicht verfügbar


Stoppbad

Benötigte ChemikalienAnsatz und Verwendung
Wasser850,0ml
Essigsäure 20%ig150,0ml
Das Stoppbad ist sehr einfach herzustellen: Geben Sie einfach die angegebene Menge 20%iger Essigsäure in einen Liter Wasser, umrühren, fertig (ergibt 3%ige Lösung)! Geeignet ist auch Essigessenz aus dem Haushalt. Es sollte sich aber um reine Säure handeln, also nicht um Essig mit Geschmackszusätzen (notfalls geht aber auch das). Sofern Sie 25%ige Säure besitzen, müssen Sie rein rechnerisch 120 ml Säure in 860 ml Wasser gießen. In der Praxis ist es jedoch ziemlich unerheblich, ob es sich um eine 2%ige oder 4%ige Lösung handelt.

Nach Gebrauch wird das so angesetzte Stoppbad verworfen. Da es sich um Essig handelt, können Sie die Lösung in den Ausguß schütten, da dieser biologisch abbaubar ist und in der vorliegenden Konzentration auch sonst keine Schäden anrichtet.



Bleichfixierbad

Benötigte ChemikalienAnsatz und Verwendung
Wasser800,0ml
Ammonium-Eisen-EDTA (Lösung 50%ig)80,0ml
Ammoniumthiosulfat140g
Natriumcarbonat10g
Borsäure45g
Ethylenthioharnstoff2g
Natriumsulfit10g
Mit Wasser auffüllen auf1000ml
Lösen Sie der Reihe nach die angegebenen Chemikalien im Wasser. Auch hier muß sich unbedingt alles gelöst haben, bevor Sie eine weitere Chemikalie hinzugeben. Der pH-Wert sollte um 6,5 liegen. Sofern der gemessene Wert hiervon abweicht, müssen Sie ihn mittels verdünnter Essigsäure oder Natronlauge korrigieren. Die Bleichfixierzeit bei 35 °C beträgt 1 Minute. Für Raumtemperaturverarbeitung ist dieses Bad nicht geeignet, da die erforderliche Zeit deutlich zu lang wäre. Nach Gebrauch sollte das Bad mit Sauerstoff angereichert werden (was beim Entwickler tunlichst vermieden werden muß!). Dies kann durch kräftiges Schütteln der nicht ganz gefüllten Flasche erfolgen oder durch Durchblasen von Luft mittels z.B. einer elektrischen Luftpumpe aus dem Aquarienbedarf.

Das Bleichfixierbad kann solange verwendet werden, bis es erschöpft ist. Es empfiehlt sich, das Bleichfixiervermögen vor dem Entwickeln dadurch zu überprüfen, daß man zwei Fotopapierstücke dem Raumlicht aussetzt (damit es stark belichtet wird), 30 Sekunden lang bleichfixiert und sehr gut wässert. Eines dieser beiden Fotopapiere wird dann nach Vorschrift entwickelt und gut gewässert. Dies kann alles bei eingeschalteter Raumbeleuchtung erfolgen. Sodann vergleicht man den Farbton der beiden Fotopapierstücke. Wenn das entwickelte Stück nicht genauso weiß wie das nur bleichfixierte ist, ist die Kapazitätsgrenze erreicht. Diese ist in jedem Fall erreicht, wenn sich Silberschlamm im Vorratsgefäß absetzt.

Prinzipiell kann man Bleichfixierbäder zwar in Grenzen regenerieren, jedoch lohnt dies nicht, da in der Regel die fixierende Substanz, das Ammoniumthiosulfat, verbraucht ist. Wer es versuchen will, kann dem verbrauchten Bad ein wenig Ammoniumthiosulfat zugeben. Dies ist dann sinnvoll, wenn mal gerade wieder Wochenende ist und man feststellt, daß man keinen Bleichfixierer mehr im Haus hat.

Bringen Sie das verbrauchte Bad bitte zur örtlichen Sammelstelle, da das aus den Filmen oder Papieren gelöste Silber zur Gruppe der Schwermetalle zählt und die bekannten Umweltschäden verursachen kann. Damit Sie sich keine Sorgen machen: Festes metallisches Silber, wie es z.B. für Schmuck verwendet wird, ist hingegen harmlos, da es nur von wenigen Chemikalien angegriffen wird. Schaden richten nämlich nur die gelösten Ionen an. Das ebenfalls enthaltene Ammonium-Eisen-EDTA kann in der Kläranlage Schwermetalle aus dem Klärschlamm lösen, die dann in gelöster Form mit dem Wasser weggeschwemmt werden . Dies gilt auch für käufliche Bleichfixierbäder.



Stabilisierungsbad

Benötigte ChemikalienAnsatz und Verwendung
Wasser1000,0ml
Formalin5,0ml
Tensid (siehe Text)1,0ml
Das Stabilisierungsbad ist fast so einfach anzusetzen wie das Stoppbad. Geben Sie einfach das Formalin und das Tensid in das Wasser, umrühren, fertig! Die Menge des Tensids hängt davon ab, welches Produkt Sie benutzen. Benutzen Sie die vom Hersteller angegebene Menge für einen Liter Lösung. Die angegebenen 1 ml ist ein hierfür üblicher Wert und dient nur als Anhaltswert. Bekannte Markennamen für Tenside, die im Fotobereich als Netzmittel angeboten werden, sind beispielsweise Tetenal Mirasol, Agfa Agepon, Ilford Ilfotol und Calbe Netzmittel F905. Es empfiehlt sich in jedem Fall, destilliertes bzw. demineralisiertes Wasser zu verwenden, um Kalkränder auf den Fotos zu vermeiden.

Baden Sie das gewässerte Fotopapier ungefähr eine Minute im Stabilisierungbad. Die Temperatur kann hierbei den Erfordernissen entsprechend gewählt werden. Manche Fotopapiere müssen entweder in warmem Wasser gewässert oder aber heiß getrocknet werden. Alternativ kann auch das Stabibad warm angewandt werden.

Das Stabilisierungsbad kann mehrfach verwendet werden. Es besitzt keine Kapazität im herkömmlichen Sinn, sondern ist eigentlich dann erst erschöpft, wenn durch die Verschleppung (Wasser auf den Filmen kommt ins Bad, geringe Mengen des Bads bleiben an den Filmen beim Herausnehmen haften) die Konzentration zu gering geworden ist. Aufgrund der Gelantine der Filme wird wahrscheinlich schon vorher die Lösung eine gelblichbraune Färbung annehmen und infolge Zersetzungstendenzen übel riechen. Soweit sollten Sie es keinesfalls kommen lassen. Meine Empfehlung lautet, das Bad nach ca. 25 Filmen oder einem halben Jahr (je nachdem, was zuerst eintritt) zu verwerfen.

Sie können die Lösung in den Ausguß schütten, da die Tenside biologisch abbaubar sind und das Formalin in der vorliegenden Konzentration ebenfalls keine Schäden anrichtet.
  

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Letzter Upload dieser Seite: 05.11.2016 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)