![]() | Selbstansatz - Allgemeines |
![]() | |||||||||||||||||||
![]() | Inhalt:
AllgemeinesSo einfach manche Rezepte auch sind, gibt es doch bestimmte Dinge, die man berücksichtigen bzw. einhalten muß, damit der Selbstansatz von Erfolg gekrönt ist und es nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommt. Nachfolgend ist beschrieben, was man beim Selbstansatz beachten muß.ChemikalienBeim Einkauf von Chemikalien steht man vor der Wahl folgender Qualitätsstufen: Roh, technisch, gereinigt, rein, reinst und p.a. (= zur Analyse). Ganz abgesehen von den Kosten (je reiner desto teuerer) kann man leider nicht davon ausgehen, daß eine Chemikalie umso besser für den Selbstansatz von Fotolösungen geeignet ist je reiner sie ist. Denn gewisse Verunreinigungen spielen eine bedeutende, positive Rolle für die Wirksamkeit. Dies betrifft insbesondere die für Entwickler verwendeten Chemikalien. Sie können davon ausgehen, daß im Fotohandel angebotene Chemikalien für den Selbstansatz geeignet sind. Für alle anderen Bäder können Sie getrost auf andere, preisgünstigere Quellen zurückgreifen. Die Chemikalien sollten jedoch mindestens der Qualitätsstufe "technisch" entsprechen.Untersuchungen, ob die Qualität ausreihend ist, sind für Hobbyanwender leider kaum machbar, da aufwendig. Solche Tests werden z.B. durch Vergleich von einer einwandfrei arbeitenden Lösung mit einer Lösung, die die zu untersuchende Substanz enthält, durchgeführt. Dem Amateur fehlen in aller Regel die hierfür erforderlichen Meßgeräte sowie eine geeignete Vergleichsmöglichkeit. Deshalb bleibt als Empfehlung nur, alle Chemikalien für Entwicklerlösungen im Fotohandel zu kaufen bzw. auf den Zusatz "Pro Foto" zu achten.AnsatzDer Ansatz von Fotolösungen nach einem der angegebenen Rezepte erfolgt immer so, daß in eine Menge warmen Wassers, die kleiner als die Endmenge ist, die Chemikalien in der angegebenen Reihenfolge aufgelöst. Hierbei muß sich immer die gerade hinzugegebene Chemikalie vollständig aufgelöst haben, bevor die nächste hinzugegeben wird. Der Grund ist, daß in einer anderen Reihenfolge die Chemikalien nicht in Wasser löslich sind oder durch Reaktion entstandene, wasserunlösliche Zwischenprodukte ausfallen. Falls dies aus Versehen passiert ist, muß der Ansatz verworfen werden.Das Ansatzwasser sollte warm sein, damit sich die Chemikalien gut darin lösen können, aber auch nicht zu heiß, damit insbesondere Entwicklersubstanzen nicht beschleunigt oxidieren oder sich gar zersetzen. Gut geignet ist eine Temperatur zwischen 40 und 50 °C, wobei 50 °C die Obergrenze darstellt. Die Substanzen werden abgewogen, in die Lösung geschüttet (ohne daß etwas danebengeht!!!) und unter Rühren darin gelöst. Hierbei muß man beachten, daß keine Luft durch zu starke Agitation eingerührt wird - insbesondere bei Entwicklerlösungen, da sonst die Entwicklersubstanzen leicht oxidieren und dadurch unbrauchbar werden. Aus diesem Grund ist es bei Entwicklerlösungen sinnvoll, von der angegebenen Menge Sulfit etwa 1 g vor Zugabe von Metol im Ansatzwasser zu lösen, um dieses vor Oxidation zu schützen. Die Menge darf nicht viel höher sein, da sich Metol in einer zu stark konzentrierten Sulfitlösung nur äußerst schwer löst. Zum Schluß füllt man mit kaltem Wasser auf die angegebene Endmenge auf. Es ist vorteilhaft, wenn die Lösung nicht sofort verwendet wird sondern mindestens einige Stunden später. Erfahrene Selbstansetzer setzen ihre Lösungen einen Tag vor Verwendung an. Dies hat den Vorteil, daß sich alle Substanzen bis zur Verwendung wirklich restlos lösen, die im Ansatz immer vorhandenen feinsten Gasbläschen von der Lösung absorbiert werden, Trübungen und wasserunlösliche Reaktionsprodukte von Begleitstoffen sich als Bodensatz niederschlagen (Lösung dann abgießen und filtrieren) und lokale Temperaturunterschiede verschwinden. Abweichend hiervon wird "leicht verderbliche Ware" wie Spezialentwickler ohne Oxidationsschutz, stark verdünnter Entwickler oder Farmerscher Abschwächer immer unmittelbar vor Verwendung angesetzt. In den Rezepten wird in solchen Fällen darauf hingewiesen. Aufbewahrung/HaltbarkeitAllgemein kann man sagen, daß konzentrierte Lösungen haltbarer als verdünnte sind. Man kann versuchen, bei den Rezepten die angegebenen Chemikalien in der Hälfte der angegebenen Wassermenge zu lösen. Dies wird jedoch nicht immer gelingen. Sobald sich eine Komponente nicht vollständig löst, muß man mehr Wasser hinzugeben und auf die im Rezept angegebene Menge auffüllen statt auf die Hälfte.Alle sauerstoffempfindlichen Lösungen müssen in hochgefüllten Glasflaschen aufbewahrt werden, damit möglichst wenig Sauerstoff in dem Behältnis vorhanden ist, der mit der Lösung reagieren kann. Zusätzlich ist sehr zu empfehlen, die Luft durch ein inaktives Gas wie z.B. Tetenal Protectan zu verdrängen. Kunststoffflaschen sind für sauerstoffempfindliche Lösungen absolut ungeeignet, da durch die Wandung Sauerstoff in die Lösung diffundieren kann. Für andere Lösungen (z.B. Stoppbad, Fixierer, Bleichfixierer, Toner) sind Kunststoffflaschen hingegen gut geeignet. Die Haltbarkeit der Lösungen läßt sich nur schwer angeben, da sie von den äußeren Umständen abhängt. Die in den Rezepten angegebenen Werte sind lediglich Anhaltswerte, die durch ungünstige Bedingungen sowohl unterschritten als auch durch günstige Umstände weit überschritten werden können. Günstig ist in jedem Fall eine kühle, dunkle Aufbewahrung z.B. im Keller oder besser noch im Kühlschrank. | ||||||||||||||||||
![]() ![]() | ![]() |
Alle Angaben in Zusammenhang mit dieser Site wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Trotzdem kann hierfür keine Haftung übernommen werden. Schadenersatzansprüche jeglicher Art sind grundsätzlich ausgeschlossen. Alle Bilder und Texte sind urheberrechtlich geschützt und Eigentum von Chr. Caspari (sofern nicht anders gekennzeichnet). Es gelten die allgemeinen ![]() Mitteilungen über Fehler sind stets willkommen (Kontaktmöglichkeiten siehe ![]() ![]() Letztes Update dieser Seite: 01.10.2023 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein) |