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Inhalt:
Allgemeines
Eigenschaften von Fish-Eye-Objektiven
Verzeichnung von Fish-Eye-Objektive
Bauarten und Bildwinkel von Fish-Eye-Objektiven
Einsatz in der Praxis
Fish-Eye-Vorsatzlinsen
Echtes Fish-Eye für wenig Geld
 Weitere Themen:
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Abbildungsfehler
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Fish-Eye-Objektiv mit 12 mm Brennweite
Bild 1: Fish-Eye-Objektiv mit 12 mm Brennweite

Allgemeines

Fish-Eye-Objektive sind Objektive, die in jeder Hinsicht extrem sind: Der Bildwinkel ist riesengroß, die tonnenförmige Verzeichnung ist gewaltig, die damit aufgenommenen Fotos sind bei guter Arbeit beeindruckend und der Preis ist höher als das, was viele Leute für ein Kameragehäuse incl. einem guten Zoomobjektiv auszugeben bereit sind. Nachfolgend können Sie erfahren, welche Arten von Fish-Eye-Objektiven es gibt, wie man richtig mit ihnen umgeht und was Sie tun können, wenn Sie keine vierstelligen Eurobeträge aufwenden aber trotzdem Fish-Eye-Aufnahmen anfertigen wollen.


Eigenschaften von Fish-Eye-Objektiven

Sicherlich ist ein Fish-Eye kein Standardobjektiv, das man in den meisten Situationen mit gutem Erfolg benutzen kann. Es ist vielmehr ein Spezialobjektiv für ganz bestimmte Anwendungen. Und wenn man seine ganz speziellen Eigenschaften kennt und sie gezielt einzusetzen vermag, erhält man beeindruckende Bilder, die einen ganz besonderen Charme besitzen.


Verzeichnung von Fish-Eye-Objektiven

Das Augenfälligste an Fish-Eye-Objektiven ist nicht so sehr der riesengroße Bildwinkel sondern die extrem hohe tonnenförmige Verzeichnung. Gerade Linien, die sich nicht genau in der Mitte befinden, werden krumm abgebildet. Je weiter sie von der Bildmitte entfernt sind, desto stärker ist dieser Effekt. Für Portraitaufnahmen ist ein Fish-Eye-Objektiv absolut ungeeignet; es ergeben sich damit eher unfreiwillig komische Aufnahmen (Zerrspiegeleffekt). In den 70er Jahren verwendete man es oft für diesen billigen Effekt, wodurch fälschlicherweise das Fish-Eye sehr schnell als Objektiv verschrien war, mit dem man ausschließlich unsinnige Aufnahmen anfertigen kann.


Bauarten und Bildwinkel von Fish-Eye-Objektiven

Der Bildwinkel ist durchweg überwältigend groß und beträgt meistens beeindruckende 180°. Damit kommt wirklich alles aufs Bild, was sich -im rechten Winkel zur Fotografierrichtung seitlich beginnend- vor dem Objektiv befindet, also auch die Finger oder die Stativbeine. Das Fish-Eye mit der kürzesten Brennweite besitzt beim Kleinbildformat üblicherweise eine Brennweite von 7,5 oder 8 mm, beim APS-C-Format, das bei digitalen SLR-Kameras weit verbreitet ist, sind es ungefähr 4,5 mm. Die Abbildung auf dem Negativ bzw. Bildsensor ist kreisrund und besitzt beim Kleinbildformat einen Durchmesser von 24 mm, wie in Bild 2 gezeigt. Darin ist der Bildkreis blau und das Bildformat schwarz dargestellt. Alles, was sich außerhalb dieses Kreises befindet, ist auf dem fertigen Bild pechrabenschwarz. Der Bildwinkel beträgt in alle Richtungen normalerweise 180°. Von Nikon gibt es sogar ein Fish-Eye, das einen Bildwinkel von sage und schreibe 220° besitzt, d.h. sogar noch Dinge abbildet, die sich hinter (!) der Frontlinse befinden. Man kann damit sozusagen ein bißchen nach hinten sehen, muß dafür aber Geldbeträge hinlegen, für die man bereits einen nagelneuen Kleinwagen erwerben kann. Für die künstlerische Fotografie sind Fish-Eye-Objektive mit rundem Bild wegen des ungewohnten Bildformats eher weniger geeignet.


Bild 2: Formatausleuchtung verschiedener Fish-Eye-Typen

Fish-Eye-Objektive, die das volle Kleinbildformat nutzen, besitzen Brennweiten von 15, 16 oder 17 mm(Bild 3a). Sie erzeugen wie die 8-mm-Objektive ebenfalls ein rundes Bild, aber hier mit etwa 44 mm Durchmesser, was der Diagonale eines Kleinbildfilms entspricht. Beim APS-C-Format beträgt die Brennweite ungefähr 10 mm. Dies hat zwei Konsequenzen: Erstens wird das Bildformat vollständig ausgeleuchtet, so daß sich ein Vollformatbild ohne schwarze Bereiche ergibt, und zweitens beträgt der Bildwinkel nur über die Diagonale 180°. In horizontaler Richtung ist der Bildwinkel geringer und beträgt ca. 147°, in vertikaler Richtung 98°. Warum? Der Bildwinkel des Kreises beträgt zwar immer 180°, aber das Bild- bzw- Sensorformat erreicht nur in den Ecken den physikalischen Bildkreis. Der Rest wird abgeschnitten d.h. der Bildkreis und damit der Bildwinkel des Objektivs wird in diesen Bereichen nicht vollständig genutzt.
Fish-Eye-Objektiv mit 8 mm Brennweite (für Kleinbild) Fish-Eye-Objektiv mit 12 mm Brennweite (für Kleinbild) Fish-Eye-Objektiv mit 15 mm Brennweite (für Kleinbild)
Bild 3a: Fish-Eye 8 mm (für Kleinbild) Bild 3b: Fish-Eye 12 mm (für Kleinbild) Bild 3c: Fish-Eye 15 mm (für Kleinbild)

Heutzutage nicht mehr üblich sind 12-mm-Fish-Eye-Objektive (Bild 3b) und werden daher nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Ihr Bildkreis liegt zwischen den beiden genannten Typen und beträgt 36 mm. Dadurch wird in horizontaler Richtung nur in der Mitte die Bildbreite vollständig genutzt. Der rechte und linke Bildrand sind kreisförmig. Der Bildwinkel beträgt in horizontaler Richtung immer 180°, während er in vertikaler Richtung geringer ist. Für APS-Sensoren sind Objektive dieses Typs nicht erhältlich.


Einsatz in der Praxis

Ein Fish-Eye-Objektiv ist und bleibt ein Spezialobjektiv. Es gibt Aufnahmesituationen, die geradezu nach dem Einsatz eines solchen Objektivs schreien, aber der unbedachte, allzu häufige Gebrauch sorgt für genau das, was Fish-Eye-Objektiven in den 70er Jahren ein negatives Image eingebracht hatte: Effektheischende, schlecht gestaltete, oft langweilige oder sogar ungewollt komisch wirkende Fotos, mit denen der Betrachter regelrecht gequält wird. Es gilt also, auch wenn es völlig normal ist, daß man das teuer bezahlte Objektiv möglichst oft einsetzen möchte, genau zu überlegen, für welche Aufnahmesituation es geeignet ist.

Auch wenn man von Standard eigentlich nicht wirklich reden kann, gibt es doch einige öfter vorkommende Situationen, in denen man ein Fish Eye nutzbringend einsetzen kann:

1. Aufnahmen in Räumen
Ideal ist ein Fish-Eye, wenn man -aus welchen Gründen auch immer- möglichst viel aufs Bild bringen muß. Als Überblick über beengte Räumlichkeiten gibt's unter Inkaufnahme der tonnenförmigen Bildverzerrungen keine bessere Möglichkeiten. Wenn man die Kamera absolut waagerecht ausrichtet und zudem exakt in halber Deckenhöhe aufstellt, fällt die unvermeidbare tonnenförmige Verzeichnung erstaunlich gering aus.

2. Landschaftsfotografie
Wenn man die Horizontlinie entgegen den Gestaltungsvorgaben des goldenen Schnitts exakt durch die Bildmitte laufen läßt, kann man mit ihm extremste Weitwinkelaufnahmen machen, ohne daß für den Betrachter ersichtlich ist, daß es sich um ein Fish-Eye handelt. Man muß lediglich dafür sorgen, daß im Bild und vor allem am Bildrand keine gekrümmten Linien vorhanden sind, die der Betrachter in Realität als gerade Linien kennt (wie Bäume, Gebäude, Masten etc.).

3. Dynamische Aufnahmen
Die spezielle Perspektive, die hohe Verzeichnung und die große Schärfentiefe kann man sehr gut für dynamisch wirkende Fotos nutzen, indem man sie als Stilmittel einsetzt. Schauen Sie sich am besten ein paar gute Fish-Eye-Aufnahmen sehr intensiv an und experimentieren Sie ruhig ein wenig. Wie bei Superweitwinkelobjektiven ist es oft (aber nicht immer) sinnvoll, in die Hocke zu gehen oder sich sogar auf den Boden zu legen, um durch den im Nahbereich groß dargestellten Vordergrund den Eindruck der räumlichen Tiefe zu verstärken.

4. Erdkrümmung
Bei Aufnahmen von einem erhöhten Standort aus (z.B. Hochhaus) kann man dem Betrachter durch einen leicht gekrümmten Horizont den Eindruck der Erdkrümmung vermitteln. Um dies zu erreichen, muß man nur dafür sorgen, daß die Horizontlinie geringfügig oberhalb der Bildmitte zu liegen kommt. Auch hier muß man aufpassen, daß das Auge des Betrachters keine gekrümmten Linien vorfindet, die in der Realität gerade sind, um die Illusion nicht zu zerstören. Eigentlich ist die künstliche Erdkrümmung nur ein Effekt, und den sollte man nur sehr sparsam einsetzen.



Landschaftsaufnahme mit Fish-Eye-Objektiv
Kleine Verkehrsinsel in Nabeul/Tunesien 2004

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist, wurde für das Bild oben ein Vollformat-Fish-Eye-Objektiv verwendet, und zwar das in Bild 3c abgebildete Sigma 3,5/15mm. Beim zweiten Blick erscheinen die Säulen auf der rechten Seite ein wenig verzerrt - genauso wie der Baum auf der linken Seite. Aufnahmen dieser Art, bei denen der Fish-Eye-Effekt nicht offensichtlich ist, sind jedoch oft nicht machbar, weil am rechten oder linken Bildrand gerade Gegenstände vorhanden sind, die auf dem Foto wegen der stark tonnenförmigen Verzeichnung deutlich krummer als im obigen Bild dargestellt werden. Wenn selbst das extremste Superweitwinkelobjektiv für die gewünschte Aufnahme noch einen zu geringen Bildwinkel besitzt, ist es aber durchaus einen Versuch wert auszuprobieren, ob ein Fish-Eye-Objektiv das Problem lösen kann.

Aufnahme mit Superweitwinkel 14 mm Aufnahme mit Fish Eye 15 mm
Bild 4a: Superweitwinkel 14 mm Bild 4b: Fish Eye 15 mm

In Bild 4a sehen Sie eine Aufnahme, die mit einem Superweitwinkel mit einer Brennweite von 14 mm im Kleinbildformat erstellt wurde. Dieses Objektiv nimmt unter den Objektiven, die in Bezug auf die Verzeichnung auskorrigiert sind, eine Sonderstellung ein. Es gibt nämlich für das Kleinbildformat kein Objektiv, das mehr Bildwinkel bietet bzw. salopp gesagt das mehr aufs Bild bringt. Trotz Abblendens sieht man hier in den Bildecken übrigens die natürliche Vignettierung (Randlichtabfall). Wenn dieser Bildwinkel nicht ausreicht, kann man wie oben gesagt ein vollformatiges Fish-Eye nehmen. Wie man in Bild 4b sieht, bietet dieses ein gutes Stück mehr an Bildwinkel, und zwar ohne sichtbare Vignettierung, obwohl der Bildwinkel in den Ecken sagenhafte 180° beträgt, was bedeutet, daß das Licht dort um 90° "um die Ecke" gelenkt werden muß. Solange man das Objektiv weder nach oben noch nach unten kippt, ist der Bildeindruck trotz der hohen tonnenförmigen Verzeichnung erstaunlich natürlich.

In Bild Bild 5a können Sie hingegen sehen, was passiert, wenn man sich nicht an diese Regel hält: Die tonnenförmige Verzeichnung wird bildmäßig in diesem Fall extrem störend wirksam. Zur Vervollständigung der Vergleichsaufnahmen sehen Sie in Bild 5b eine Aufnahme, die mit einem 8-mm-Fish-Eye angefertigt wurde und daher ein kreisrundes Bild ergibt. Im positiven Sinne beachtenswert ist hierbei, daß keine Blendenreflexe zu sehen sind, obwohl die Sonne im Bild erscheint. Negativ ist jedoch zu verzeichnen, daß es am Rand des runden Bildes zu einem bläulichen Schleier kommt und in der Nähe der Sonne zu einer Überstrahlung in den schwarzen Teil. Diese beiden Effekte werden durch die Einfassung der Frontlinse verursacht, also den schmalen schwarzen Metallring vorne um die Frontlinse herum. Leider reflektiert diese zu einem gewissen Grad das Licht und leitet es ins Objektiv, denn die schwarze Lackierung kann das einfallende Licht nicht zu 100% absorbieren.

Aufnahme mit Fish Eye 15 mm Aufnahme mit Fish Eye 8 mm
Bild 5a: Fish Eye 15 mm nach unten gekippt Bild 5b: Fish Eye 8 mm nach unten gekippt

Fish-Eye-Objektive besitzen kein Filtergewinde, weil Vorsatzfilter optisch im Weg wären und den Bildwinkel künstlich beschneiden würden. Es ist daher nicht möglich, z.B. ein UV-Filter als Schutz für die riesengroße Frontlinse zu verwenden. Sie sollten bei Verwendung des Objektivs entsprechende Vorsicht walten lassen, denn eine Beschädigung der Frontlinse ist ein Totalschaden. Bei Nichtgebrauch gehört die Schutzkappe daher immer aufs Objektiv.

Nicht selten sind Filter für die Schwarzweißfotografie eingebaut, die man durch Drehen eines Ringes in den Strahlengang einschwenken kann. Andernfalls kann man oft Gelatine- oder Glasfilter in eine kleine Halterung hinter der Hinterlinse einschieben/einschrauben. Eine andere Möglichkeit ist, daß wie in Bild 6 der vordere Teil des Objektivs (hier 8-mm-Objektiv) abgenommen werden kann, wobei ein kleiner Glasfilter auf die Hinterlinse des vorderen Teils geschraubt werden kann. In diesem Fall muß immer ein klarer Filter verwendet werden, wenn keine Filterwirkung gewünscht wird, da das Glas des Filters in der Objektivrechnung berücksichtigt ist. Polarisationsfilter ("Polfilter") machen übrigens mit Fish-Eye-Objektiven überhaupt keinen Sinn, da man sie einerseits nicht verdrehen kann, ohne das Objektiv (oder dessen Vorderteil) abzunehmen und andererseits die Wirkung von Polarisationsfiltern zum Abdunkeln des blauen Himmels vom Winkel zur Sonne abhängt und daher auf einen relativ kleinen Teil des Himmels beschränkt ist.
Fish-Eye-Objektiv komplett Fish-Eye-Objektiv deassembliert Fish-Eye-Objektiv Filter
Bild 6a: Komplettes Objektiv Bild 6b: Deassembliert Bild 6c: Filter

Wie alle Superweitwinkelobjektive sind Fish-Eye-Objektive anfällig für Streulicht und Blendenreflexe, wenn auch deutlich weniger als ihre auskorrigierten Kollegen. Man sollte daher möglichst dafür sorgen, daß sich die Sonne nicht im Bild befindet, sofern man sie nicht mit Absicht als bildgestaltendes Element verwenden möchte. Bei 180° Bildwinkel ist es jedoch zugegebenermaßen kein leichtes Unterfangen, die Sonne aus dem Bild zu halten. Vollformat-Fish-Eyes verfügen zwar fast immer über eine stummelförmige Sonnenblende, aber die kann nur Licht außerhalb des Bildfeldes abhalten. Objektive mit kreisrundem Bild besitzen selbstverständlich keine Sonnenblende, weil sich diese immer im Bildfeld befinden würde. Deshalb ist es wichtig, daß der Hersteller bei der Vergütung der Linsen hohen Aufwand getrieben hat. Vor Kauf sollten Sie daher unbedingt darauf drängen, daß man Sie ein paar Aufnahmen machen läßt, wobei die Sonne in verschiedenen Positionen auf dem Bild vorhanden sein sollte. Wichtig ist es, mehrere Blendenwerte einzustellen, da hiervon die Größe und Form von etwaigen Blendenreflexen abhängt. Teilweise kann man die Effekte auch im Sucher beurteilen, aber häufig werden Blendenreflexe von Einstellhilfen wie dem Mikroprismenring und dem Schnittbildindikator verdeckt. Brillenträger haben darüberhinaus das Problem, daß durch die Brille hervorgerufene Reflexe im Sucher sichtbar sind, was die Beurteilung weiter erschwert. Eine Beurteilung sollte daher nur anhand der gemachten Aufnahmen durchgeführt werden.


Fish-Eye-Vorsatzlinsen

Fish-Eye-Objektive sollten sparsam eingesetzt werden, was die Rechtfertigung für die Anschaffung eines solchen Objektivs nicht unbedingt einfach macht. Denn für selten genutzte Objektive auch noch sehr viel Geld auszugeben, wird so Manchem widerstreben. Als Ersatzmöglichkeit werden von zahlreichen Herstellern Fish-Eye-Vorsätze angeboten, die die Brennweite vorhandener Objektive reduzieren. Der Verkürzungsfaktor beträgt meistens zwischen 0,15 und 0,45, d.h. um eine effektive Brennweite von z.B. 16 mm zu erreichen, benötigen Sie ein Objektiv mit 35 mm (Faktor 0,45) bzw. ca. 100 mm (Faktor 0,15). Am besten funktionieren solche Vorsätze mit Objektiven fester Brennweite, bei Zoom-Objektiven kann es zu Hot Spots, d.h. einem hellen Fleck in der Bildmitte kommen.

Fish-Eye-Vorsatz Dito aufgesetzt auf Kamera/Objektiv
Bild 7a: Fish-Eye-Vorsatz Bild 7b: Dito aufgesetzt auf
Kamera/Objektiv

Die Bildqualität leidet bei Verwendung solcher Vorsätze erwartungsgemäß ziemlich stark, denn man kann mit einfachen Mitteln den Bildwinkel eines vorhandenen Objektivs nicht ohne negative Konsequenzen einfach vergrößern. Nicht ohne Grund sind echte Fish-Eye-Objektive so teuer. Für erste Versuche sind die Vorsätze durchaus geeignet, nicht aber für den längerfristigen Einsatz. Dies ist aber nur der Fall, wenn man solche Vorsätze geschenkt bekommt oder zumindest günstig erwerben kann. Neu gekauft ist das Preis-/Leistungsverhältnis in Anbetracht der miesen Bildqualität und insbesondere des schlechten Streulichtverhaltens einfach indiskutabel. Am besten verhalten sich Vorsätze mit sehr kleinem Verkürzungsfaktor, die aus mehr als nur den üblichen 2 bis 3 Linsen bestehen und bei denen man die Blende am Vorsatz und nicht am Objektiv einstellt (so wie in Bild 7). Achten Sie beim Kauf darauf, wirklich einen Fish-Eye-Vorsatz zu erwerben, denn es gibt auch zahlreiche Weitwinkelvorsätze, bei denen sich zwar vom Konstrukteur eigentlich unerwünschte Verzeichnungen aber kein Fish-Eye-Effekt einstellen. Statt des Neukaufs empfiehlt sich -wenn überhaupt- der preiswerte Gebrauchtkauf, z.B. in einer  Online-Auktion.




Echtes Fish-Eye für wenig Geld

Wer sich qualitätsmindernde Vorsätze nicht antun will, kann auf vergleichsweise preiswerte russische Fish-Eye-Objektive zurückgreifen. Leider sind diese jedoch (noch?) ausschließlich für das Kleinbildformat erhältlich. Diese sind zwar optisch und vor allem fertigungstechnisch nicht ganz so gut wie ihre westlichen Kollegen, aber sie sind ganz erheblich besser als irgendwelche dubiosen Vorsätze, bei denen jeder Objektivkonstrukteur Tränen in die Augen bekommt. Auch hier empfiehlt sich der Gebrauchtkauf, obwohl ein Neukauf trotz gestiegener Preise mit nur wenig mehr als 150 Euro auch nicht gerade ein riesiges Loch in das Portemonnaie reißt. In  Online-Auktionen werden diese sehr häufig angeboten, von Händlern auch neu. Wer lieber Objektive von Markenherstellern verwendet, kann diese ebenfalls gebraucht erwerben. Bei einigen Autofokuskameras läßt sich zudem dadurch Geld sparen, indem man manuelle Objektive verwendet, die oft preisgünstiger als ihre Autofokuspendants sind. Dies ist meines Wissens bei Nikon und Pentax möglich. Autofokus ist bei Fish-Eye-Objektiven sowieso ziemlich unnötig, weil die Schärfentiefe riesengroß und damit eine Entfernungseinstellung außer im absoluten Nahbereich völlig unnötig ist. Passen Sie bei Online-Angeboten unbedingt auf, wirklich ein Fish-Eye-Objektiv und keinen Vorsatz zu kaufen! Unseriöse Anbieter versuchen nämlich gern, überteuerte Vorsätze so anzupreisen, als seien es vollwertige Objektive.
  

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Letztes Update dieser Seite: 01.10.2023 (Untergeordnete Seiten können aktueller sein)