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Inhalt:
Allgemeines
Grundlegendes
Herstellung von Foto-Lösungen
Belichten
Entwickeln
Stoppen
Fixieren
Wässern
Trocknen


Allgemeines

Wie schon gesagt, ist das Herstellen von Schwarzweiß-Abzügen von Negativen nicht sonderlich schwer. Welche Geräte Sie hierfür benötigen, können Sie unter Geräte für S/W-Entwicklung nachlesen. Wie Sie hiermit Abzüge anfertigen, ist nachfolgend beschrieben. Ziel ist es, jemandem, der noch nie Fotos selbst angefertigt hat, die Grundkenntnisse zu vermitteln. Die höheren Weihen (Abwedeln, Nachbelichten, partielle Entwicklung, Zweistufenentwicklung usw.) sind es sicher wert beschrieben zu werden, sprengen aber leider den Rahmen.

Grundlegendes

Die Herstellung eines Schwarzweißabzugs gliedert sich in folgende Arbeitsschritte: Belichten, Entwickeln, Fixieren und Wässern. Wie der Name schon sagt, wird beim Belichten das Fotopapier mit dem Helligkeitsmuster des Negativs belichtet. Das Fotopapier besteht grob gesagt aus einem Träger (Polyethylen oder eben Papier bzw. Karton), der einseitig mit einer Schicht aus Gelatine, in der als lichtempfindlicher Stoff Silberhalogenid enthalten ist, versehen ist. Dort, wo viel Licht auf das Fotopapier auftrifft, entstehen viele sogenannte Entwicklungskeime. Dort, wo wenig Licht auftrifft, entstehen entsprechend wenige Entwicklungskeime. Als Entwicklungkeim bezeichnet man hierbei einzelne Silberatome, die durch Lichteinwirkung aus dem Silberhalogenid entstehen. Chemiker bezeichnen dies als Reduktion von Silberionen.

Beim Entwickeln bewirken diese Entwicklungskeime die Entstehung von metallischen Silber. Weil dieses feinstverteilt auftritt, wirkt dieses für das Auge mitnichten metallisch blank sondern mehr oder minder schwarz. Wo viele Entwicklungskeime vorhanden sind, entsteht viel Silber d.h. eine tiefe Schwärzung und dort, wo wenige Entwicklungskeime vorhanden sind, entsprechend wenig Silber d.h. ein mehr oder weniger helles Grau. Damit hat man ein vergrößertes Abbild des Negativs in umgekehrten Helligkeitswerten erzeugt. Weil das Negativ, wie der Name schon sagt, die Helligkeitswerte des Aufnahmegegenstands negativ (oder besser invertiert) wiedergibt, erhält man bei der erneuten Invertierung ein Positiv.

Nun könnte man meinen, man sei schon fertig. Das ist aber nicht ganz der Fall. Setzt man den so hergestellten Abzug nämlich dem Licht aus, wird er mit der Zeit schwarz. Was ist passiert? Nun, was während der gewollten Belichtung unter dem Vergrößerer passiert, passiert auch danach: Es bilden sich Entwicklungskeime, d.h. atomares Silber. Wird sehr lang belichtet, und das ist z.B. beim Aufhängen im Bilderrahmen der Fall, wandelt sich nach und nach sämtliches Silberhalogenid in feinstverteiltes metallisches Silber um. Resultat: Der Abzug wird schwarz. Um dies zu verhindern, braucht man lediglich das überschüssige Silberhalogenid nach dem Entwickeln zu entfernen. Genau dies erledigt das Fixierbad.

Um ein Vergilben zu vermeiden, wird anschließend das entwickelte und fixierte Fotopapier gewässert. Durch das Wässern werden alle Chemikalien ausgeschwemmt, und der Abzug ist haltbar. Bei sorgfältiger Arbeit und Verwendung von Barytpapier ist locker von 100 Jahren auszugehen.

Sollten Sie jetzt deutliche Ähnlichkeiten zum Entwickeln von Negativen erkennen, so sollten Sie sich nicht wundern. Denn die chemischen Vorgänge sind grundsätzlich die gleichen. Unterschiede bestehen im wesentlichen im Trägermaterial (klarer Kunststoff bei Filmen und weißer Kunststoff oder Barytpapier bei Fotopapier) und in den Eigenschaften der Schicht, d.h. der Gelatine mit den Silberhalogenidkristallen.

Herstellung von Foto-Lösungen

Zuerst einmal müssen Sie den Entwickler, das Stoppbad und das Fixierbad ansetzen. Hierzu benötigen Sie ein Papierentwicklerkonzentrat, ein Stoppbadkonzentrat (ersatzweise reine Essigsäure) und ein Fixierbadkonzentrat, das Sie im Fotolaborhandel kaufen können. Gemäß der Herstelleranweisung werden diese Konzentrate mit Wasser verdünnt. Die Wassertemperatur sollte ungefähr der Raumtemperatur entsprechen. Bitte geben Sie acht, daß keine Spritzer vom Stopp- oder Fixierbad in den Entwickler gelangen. Außerdem sollten Sie bei der Herstellung der Entwicklerlösung nicht allzu stürmisch rühren oder gar schütteln, da der Luftsauerstoff den Entwickler oxidiert und damit langsam unbrauchbar macht.

Die Lösungen schütten Sie dann in die Foto-Schalen; und zwar empfehle ich Ihnen , zuerst das Fixierbad in die entsprechende Schale zu gießen, dann kommt das Stoppbad in eine andere Schale und zuletzt der Entwickler in die Entwicklerschale. Die Schalen müssen soviel Lösung enthalten, daß der Flüssigkeitsstand mindestens 2 cm beträgt. Messen Sie die Temperaturen kurz vor dem Start der ersten Entwicklungsdurchgangs. Hiervon hängen gemäß Anweisungen des Herstellers die Zeiten für das Entwickeln und das Fixieren ab. Messen Sie ruhig während eines Laborabends öfters mal nach.

Belichten

Zuerst müssen Sie das Negativ in die Negativbühne des Vergrößerers einlegen. Die Seite mit der Schicht (sie ist ein wenig matt während die andere Seite glänzt) gehört hierbei nach unten. Sodann müssen Sie Bildformat und Schärfe einstellen. Am besten legen Sie ein Blatt Fotopapier (z.B. ein Ausschuß-Blatt) des gewünschten Formates mit der Rückseite in den Belichtungsrahmen, schalten die Laborbeleuchtung und den Vergrößerer ein und löschen das Raumlicht. Sodann stellen Sie bei offener Blende scharf. Durch Bewegen des Vergrößerer-Kopfes nach oben oder unten können Sie das Bildformat ändern. Nach einer Bildformatänderung ist neues Schrfstellen erforderlich, welches ebenfalls ein wenig Einfluß auf das ausgeleuchtete Bildformat hat. Hier müssen Sie sich sukzessive herantasten. Haben Sie eine passende Einstellung gefunden, stellen Sie noch einmal richtig scharf.

Schalten Sie nun den Vergrößerer aus und nehmen Sie ein Blatt Fotopapier aus der Packung. Wichtig: Verschließen Sie diese sofort wieder! Legen Sie das Blatt in gleicher Position in den Belichtungsrahmen wie das zum Einstellen benutzte Blatt. Die Schichtseite (die glatteste Seite) muß natürlich nach oben zeigen. Nun blenden Sie um etwa 2 Blendenstufen ab, schalten den Vergrößerer ein und belichten das Blatt. Falls Sie keine Anhaltspunkte haben, wie lange Sie belichten müssen, decken Sie den größten Teil des Fotopapiers mit einem Karton o.ä. ab und belichten beispielsweise 16 Sekunden. Dann geben Sie mit dem Karton ein wenig mehr frei, belichten 8 Sekunden, geben noch mehr frei, belichten 4 Sekunden, dann 2 Sekunden und dann nochmal 2 Sekunden. Hiermit haben Sie Streifen mit verschiedener Belichtung auf dem Fotopapier erzeugt. Und zwar entsprechen diese Streifen 16+8+4+2+2=32 Sekunden, 8+4+2+2=16 Sekunden, 4+2+2=8 Sekunden, 2+2=4 Sekunden und 2 Sekunden. Sollte der dunkelste Streifen nach dem Entwickeln und Fixieren zu hell sein, wählen Sie längere Zeiten. Ist aber der hellste Streifen zu dunkel, müssen Sie weiter abblenden. Allgemein kann man sagen, daß sich die Belichtungszeiten zwischen ungefähr 5 und 60 Sekunden bewegen sollten. Ansonsten wird auf- oder abgeblendet. Allerdings sollte man aus Qualitätsgründen nicht mit voller Öffnung des Objektivs belichten sondern um mindestens eine (besser 2) Blendenstufen abblenden. Im Zweifelsfall lieber etwas länger belichten als zu weit aufblenden!

Entwickeln

Das soeben belichtete Blatt Fotopapier muß nun entwicklt werden. Lassen Sie es mit der Schichtseite nach unten schräg über die Kante der Entwicklerschale in die Entwicklerlösung gleiten. Dadurch wird verhindert, daß sich auf der Schicht Luftblasen bilden, die partiell die Entwicklung verhindern. Starten Sie nun Ihre Soppuhr. Drehen Sie dann den Abzug um, indem Sie ihn mit der Entwicklerzange an einer Ecke greifen und umgekehrt wieder ins Bad gleiten lassen. Das Bewegen des Abzugs in der Lösung sollte nicht, wie man es oft sieht, mittels Entwicklerzange erfolgen sondern vielmehr durch kurzes Hochziehen einer Ecke der Schale und ruckartigem Loslassen. Hierdurch bildet sich eine Welle, die als Bewegung absolut ausreicht. Erzeugen Sie größenordnungsmäßig alle 5 bis 15 Sekunden eine solche kleine Welle. Nach ca. 15 bis 45 Sekunden werden Sie eine erste Schwärzung sehen. Die bis dahin vergangene Zeit nennt man Bildspurzeit. Die Gesamtentwicklungzeit sollte ungefähr die drei- bis vierfache Bildspurzeit betragen. Greifen Sie zum Herausnehmen den Abzug mit der Entwicklerzange an einer Ecke und lassen ihn ein wenig über der Schale abtropfen. Die Abtropfzeit gehört übrigens zur Gesamtentwicklungszeit dazu!

Stoppen

Lassen Sie nun den Abzug in das Stoppbad gleiten. Achten Sie datauf, daß die Entwicklerzange nicht mit dem Stoppbad in Berührung kommt und legen Sie sie entweder wieder vor die Entwicklerschale oder in eine Ecke der Entwicklerschale. Bewegen Sie das Stoppbad wie gehabt durch Anlupfen einer Ecke der Schale. Nach einer Mindestverweildauer von 30 Sekunden entnehmen Sie den Abzug in der beschriebenen Art und Weise mit der Stoppbadzange und lassen ihn ein wenig abtropfen.

Fixieren

Nun lassen Sie den Abzug in das Fixierbad gleiten. Darin muß er solange verbleiben wie der Hersteller vorschreibt. Bewegen Sie auch dieses Bad zyklisch in der beschriebenen Art und Weise. Nach Ablauf der Fixierzeit wird der Abzug mit der Fixierbadzange dem Bad entnommen und abtropfen gelassen.

Wässern

Als letzter Schritt muß der Abzug in Wasser mit mehr oder weniger Raumtemperatur gewässert werden. Hierzu bietet sich eine Haushaltsschüssel an. Man kann auch spezielle Bilderwascher verwenden. Die Wässerungszeit ist sehr verschieden. Für PE-Papiere, bei denen man auf Archivbeständigkeit keinen Wert legt (z.B. Probestreifen), reicht schon eine Minute oder u.U. sogar weniger. Normalerweise sollte allerdings mindestens 5 Minuten gewässert werden. Bei Barytpapieren ist wegen des Papierfilzes eine Wässerungszeit von ungefähr einer Stunde zu empfehlen, um Archivbeständigkeit zu erreichen.

Trocknen

Nach dem Wässern muß der Abzug nur noch getrocknet werden. Hierzu muß er zunächst von Oberflächenwasser befreit werden. Hierzu kann man bei kleinen Formaten ein Küchentuch verwenden, bei großen Formaten bietet sich ein Papierabstreifer mit Gummilippe (ähnlich einem Scheibenwischer bzw. Glasabzieher) an. Reinigen Sie die Gummilippe unbedingt vor jedem Abziehen, damit Sie nicht die empfindliche Schicht beschädigen.

PE-Papiere können dann z.B. mit einem Fön langsam getrocknet werden. Man kann sie aber auch irgendwo an einem staubfreien Ort an eine Wand anlehen und langsam bei Raumtemperatur trocknen lassen (das ist der schonendste Weg). Barytpapiere müssen entweder in einer beheizbaren Trockenpresse oder zwischen Löschpapier mit Flächendruck getrocknet werden. Beim Trocknen zwischen Löschpapier legen Sie das erste zu trocknenden Barytpapiere auf ein Blatt Löschpapier legen zwei Blatt Löschpapier obenauf, legen dann das zweite zu trocknende Blatt darauf, dann wieder zwei Blatt Löschpapier und so weiter. Legen Sie den Stapel dann auf eine harte Unterlage, legen einen planen Gegenstand, der deutlich größer als das Fotopapier ist, auf den Stapel und beschweren diesen dann z.B. mit einigen dicken Büchern. Der Trocknungsvorgang dauert recht lange - bis zu mehreren Tagen. Eine Verkürzung dieses Vorgangs ist nicht zu empfehlen, da das Fotopapier dann wellig trocknet oder sich verzieht.
  

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