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Aufnahmetips - Lichtzelt
 
   
 
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Allgemeines

Wenn Sie schon einmal probiert haben, z.B. für Online-Auktionen möglichst vorteilhafte Aufnahmen von Gegenständen zu machen, werden Sie sicher bereits festgestellt haben, daß sowohl bei Aufnahmen mit natürlichem Licht als auch mit Kunstlicht oft unliebsame Schatten entstehen, die auch mit Diffusoren nicht wirklich in den Griff zu bekommen sind. Oft ist es auch sehr störend, daß auf glänzenden Oberflächen des Gegenstands durch simple Spiegelung die Aufnahmeumgebung sichtbar ist. In solchen Fällen hilft ein sogenanntes Lichtzelt weiter. Wie es aufgebaut ist und wie man es in der Praxis verwendet, erfahren Sie nachfolgend.


Aufbau eines Lichtzelts

Ein Lichtzelt ist im Prinzip wie ein Zelt aufgebaut, d.h. besteht aus zusammengenähtem Gewebe, das von einem inneren oder äußeren Skelett in Form gehalten wird. Bei heutzutage oft anzutreffenden Lichtzelten findet man oft ins Gewebe eingenähte Fiberglasstäbe vor, die dem Zelt im aufgespannten Zustand eine würfelförmige Form verleihen, die für diesen Anwendungsfall praktisch ist. Der zu fotografierende Gegenstand befindet sich im Inneren des Lichtzelts, wobei die Aufnahme durch eine kleine Öffnung erfolgt. Das Gewebe des Lichtzelts ist weiß, damit Licht von außen ohne allzu starke Dämpfung ins Innere gelangen kann. Das Gewebe hat dabei zwei Aufgaben: Einerseits bildet es für den innen befindlichen Gegegstand, den es zu fotografieren gilt, eine weiße, neutrale Umgebung, und andererseits wirkt es für das von außen kommende Licht als Diffusor, weshalb sich im Inneren sehr weiches Licht ergibt, das sichtbare Schattenwürfe weitgehend vermeidet.
Lichtzelt von außen Lichtzelt von außen
Bild 1: Lichtzelt von außen - geöffnete FrontBild 2: Lichtzelt von außen - Objektivöffnung

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Die für Table-Top-Aufnahmen ("Aufnahmen auf dem Tisch") üblichen Lichtzelte sind so zusammengenäht, daß im aufgespannten Zustand eine Seite offen ist, um den zu fotografierenden Gegenstand ins Innere befördern zu können. Diese offene Seite kann dann mit einer separaten Vorderwand mittels Klettband verschlossen werden. Das Objektiv steckt man dann durch eine schlitzförmige Öffnung in diesem Gewebestück und kann so im Inneren fotografieren.


Aufnahmen mit einem Lichtzelt

Sobald man den zu fotografierenden Gegenstand in geeigneter Position im Inneren des Lichtzelts angeordnet hat, man die offene Seite verschlossen und das Kameraobjektiv durch die schlitzförmige Öffnung gesteckt hat, kann im Prinzip die Aufnahme schon starten. Für ein gutes Ergebnis gilt es jedoch, schon im Vorfeld einige Kleinigkeiten zu beachten. Eines davon ist das Licht. Auch wenn das weiße Gewebe das Licht sehr gut streut, ergeben sich trotzdem deutliche Unterschiede, wie das Licht auf das Lichtzelt auftrifft. Wenn das Lichtzelt nur von einer Seite angestrahlt wird, streut das Gewebe dieses Licht im Innern, und es wird von den gegenüberliegenden weißen Wänden auch wieder reflektiert, aber das reflektierte Licht kann nie die gleiche Intensität besitzen wie das auftreffende. Denn das Gewebe, aus denen die Wände bestehen, reflektieren nur einen Teil des Lichts; der andere Teil dringt durch die Wand nach außen und ist für die Aufnahme verloren. Dementsprechend ergibt sich im Inneren ein leicht gerichtetes Licht in eine Richtung, wobei der Schattenwurf zwar reduziert aber trotzdem sichtbar ist. Je nach Motiv und Intention können dies optimale Bedingungen sein.

Für möglichst geringen Schattenwurf und möglichst geringe Reflexionen ist es jedoch besser, wenn das Licht möglichst von allen Seiten auf das Lichtzelt auftrifft. Wer über ein weiß gestrichenes (Wände und Decke) und unbedingt kleines Zimmer verfügt, kann dies mit kleinem Aufwand erreichen, indem er zur Beleuchtung ein Blitzgerät verwendet und dieses auf die Decke des Raumes richtet, man also das Lichtzelt indirekt beleuchtet.

Wer lediglich sehr weiches Licht zur Aufnahme von kleinen Objekten benötigt, ist mit einem Lichtzelt ebenfalls bestens bedient. Bei vielen angebotenen Lichtzelten sind sogar schon gleich mehrere Hintergründe mit im Lieferumfang enthalten, die auf einfache Weise mittels Klettband im Lichtzelt befestigt werden können. Auch hier ist Blitzlicht im Interesse einer farbneutralen Wiedergabe eine sehr gute Wahl. Um den Gegenstand plastisch erscheinen zu lassen, ist es sinnvoll, zwar das Lichtzelt als großflächigen Diffusor zu verwenden, dieses aber nur von einer Seite aus anzublitzen, damit sich -wie oben beschrieben- eine geringe Richtwirkung ergibt.

Damit das Objektiv durch die Objektivöffnung des Lichtzelts gesteckt werden kann, muß es eine ausreichende Naheinstellgrenze besitzen. Wenn Sie kleine Gegenstände fotografieren möchten, können Sie für erste Versuche oder kleinformatige Auktionsbildchen den Makrobereich eines Zoomobjektivs benutzen. Für Aufnahmen mit höherem Qualitätsanspruch werden Sie jedoch um die Anschaffung eines Makroobjektiv nicht herumkommen.

Aufnahme mit/ohne Lichtzelt

Bild 3: Aufnahme mit (links) bzw. ohne (rechts) Lichtzelt

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In Bild 2 sehen Sie links eine Aufnahme, die im Lichtzelt entstanden ist, wobei dieses wie beschrieben rundum mit Blitzlicht ausgeleuchtet wurde. Bei der rechten Aufnahme war das Blitzgerät hingegen links von der Kamera angeordnet und direkt auf das Objekt gerichtet. Die linke Aufnahme ist wie erwartet überall gut ausgeleuchtet und ohne Schlagschatten und störende Reflexionen. Die rechte Aufnahme in obigem Bild wirkt jedoch deutlich steiler und besitzt sowohl störende Schlagschatten als auch Reflexionen - und das, obwohl Holz ein eher mattes Material ist und wenig zu Reflexionen neigt. Das für beide Aufnahmen verwendete rote Tuch war nicht ganz faltenfrei, was durch das extrem weiche Licht in der linken Aufnahme so gut wie nicht auffällt. In der rechten Aufnahme ist die Falte jedoch deutlich sichtbar. Auch die "rauhen" Flächen in der rechten Aufnahme ist dem vergleichsweise harten und gerichteten Licht in Verbindung mit der samtigen Oberfläche des Tuchs geschuldet. Obwohl beide Aufnahmen mit der gleichen Kamera und dem gleichen Objektiv angefertigt wurden, wirkt das linke Bild deutlich professioneller als das rechte. Der einzige Unterschied ist die Verwendung eines mit (in diesem Fall) 20 € nicht wirklich teuren Lichtzelts, welches für das qualitativ deutlich bessere Resultat verantwortlich ist.


Tricks für Aufnahmen mit einem Lichtzelt

Ein kleines Lichtzelt mit z.B. 40 cm Kantenlänge kostet nicht viel Geld, ist aber sehr vielseitig verwendbar.

Gleichmäßige Beleuchtung

Wie oben beschrieben, ist in einem kleinen Zimmer mit weißer Decke und weißen Wänden eine recht gleichmäßige Ausleuchtung des Lichtzelts gegeben. Je größer das Zimmer ist, desto weniger Licht erhalten beim Anblitzen der Zimmerdecke die Seitenwände des Lichtzelts. Und falls die Wände nicht weiß und frei sind, sondern z.B. nicht-weiße Schränke vorhanden sind, ist das reflektierte Licht farbig. Dies ruft einen nicht mehr korrigierbaren Farbstich hervor, denn das Licht aus einer Richtung ist weiß, aus einer anderen Richtung hingegen farbig. Wer zumindest über ein Zimmer mit weißer Decke verfügt, kann sich mit zwei unterschiedlichen Methoden behelfen:

1. Eine Lösung ist es, das Lichtzelt links und rechts sowie möglichst auch vorne (also dort, wo sich die Kamera befindet) weißen Karton oder ein anderes gut reflektierendes Material (z.B. weiße Styroporplatten) im ca. 45°-Winkel zur Decke hin anzuordnen. Der 45°-Winkel sorgt dafür, daß möglichst viel Licht von der Decke zu den Seitenwänden des Lichtzelts umgeleitet wird.
2. Eine andere Lösung ist es, die linke und rechte Seitenwand, die Oberseite und auch die Vorderseite mit je einem eigenen Blitzgerät direkt anzublitzen, d.h. man benötigt insgesamt 4 gekoppelte Blitzgeräte. Dies mag sich möglicherweise teuer anhören, aber hierfür reichen sehr preiswerte Einfachstblitzgeräte aus. Man zündet sie am besten über eine separate Fotozelle, die ebenfalls keine größere Investition darstellt, da Einfachstblitzgeräte zwar mechanisch auf den Blitzschuh moderner Kameras passen, aber wegen der meistens hohe Spannung am Synchronkontakt moderne Kameras beschädigen können. Also Vorsicht! Die Gesamtlichtstärke als auch die Aufteilung auf die verschiedenen Seiten kann man bei dieser Methode durch Verändern des Abstandes zum Lichtzelt sehr leicht regulieren. Wer über teurere Blitzgeräte mit einstellbarer Leistung verfügt, kann dies natürlich auch über die Leistungseinstellung erreichen. Insgesamt ist die Methode, mehrere Blitzgeräte zu verwenden, die flexibelste, was die Lichtführung angeht.


Schattenwurf ganz vermeiden

Wenn das Lichtzelt auf einer lichtundurchlässigen Unterlage steht, gelangt kein Licht von unten hinein. Dadurch kann es je nach Ausgestaltung des zu fotografierenden Objekts trotz des weichen Lichts zu einem leichten Schattenwurf kommen. Für den Fall, daß dieser vermieden werden soll, ist Licht von unten unabdingbar. Man kann dies leicht dadurch erreichen, daß man das Lichtzelt auf einen Glastisch stellt und weißes Papier flächendeckend als Reflexionsfläche auf dem Fußboden unter/neben dem Tisch auslegt. Wer über keinen Glastisch verfügt, kann natürlich auch eine passende Glasplatte verwenden. Man kann sich hierbei notfalls auch mit Haushaltsartikeln behelfen: Eine Tortenplatte aus klarem Glas ist für kleinere Lichtzelte ausreichend groß. Wenn sie mit einem Stil ausgestattet ist, ist genug freier Raum darunter, damit das Licht von in ausreichender Fläche untergelegtem Papier reflektiert werden kann. Besitzt sie keinen Stil, hilft eine klare, möglichst unstrukturierte und möglichst hohe Glasschüssel als weitgehend schattenfreier Abstandshalter. Normalerweise reicht diese Konstellation aus, um einen sichtbaren Schattenwurf unter dem zu fotografierenden Gegenstand völlig zu vermeiden. Falls das Licht von unten nicht ausreichen sollte, kann man mit einem separaten Blitzgerät für zusätzliches Licht sorgen.

Glas oder stark reflektierende Gegenstände aufnehmen

In manchen Fällen ist Licht von allen Seiten nicht die ultima ratio, speziell bei gekrümmten Glasflächen, in denen sich natürlich auch die weißen Wände des Lichtzelts spiegeln. Hier sollte man an geeigneten Stellen abnegern, wie es im Fachjargon so schön heißt. Darunter versteht man das Verhindern von Reflexionen durch Verwendung schwarzer "Reflektoren". Im ersten Schritt können Sie die vordere Wand mit der Objektivöffnung durch eine schwarze ersetzen. Die Lichtwirkung entspricht dabei weitgehend der einer Lichtzange. Sofern eine schwarze vordere Wand nicht im Lieferumfang enthalten ist, läßt sich eine solche zumindest behelfsmäßig recht leicht selbst herstellen. Führt dies noch nicht ganz zum Erfolg, können Sie innen im Lichtzelt an denjenigen Stellen, die noch Reflektionen hervorrufen, schwarzes Gewebe mit Stecknadeln befestigen.

Lichtzelt als großflächiger Diffusor

Man muß nicht unbedingt die zu fotografierenden Gegenstände ins Lichtzelt stellen. Man kann auch die Wirkungsweise umdrehen und ein Lichtzelt als relativ großflächigen Diffusor mißbrauchen, falls gerade keiner zur Hand ist. Dazu steckt man den Kopf des Blitzgeräts durch die Objektivöffnung in das Lichtzelt und blitzt die Hinterwand an. Diese wie auch in geringem Maß die Seitenwände strahlen dann das Licht nach außen ab und wirken dabei als Diffusor. Die Ausrichtung des Lichtzelts incl. des Blitzgeräts erfolgt selbstverständlich nach den jeweiligen Bedürfnissen.
  

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